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GdP Braunschweig veranstaltete Fachtagung zum Thema "Friedlicher Fußball"

Braunschweig 20. Juni 2017: Zur Fachtagung "Friedlicher Fußball" trafen sich auf dem Gelände der Polizeidirektion Braunschweig fast 80 Interessierte. Neben den Akteuren auf Seiten der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Braunschweig, war insbesondere der Präsident Eintracht Braunschweigs, Sebastian Ebel anwesend. Bereits im März hatte ein intensiver Austausch zwischen der GdP Braunschweig und dem ansässigen Verein stattgefunden. Vorausgegangen waren unschöne Szenen in der Südkurve des Eintrachtstadions. Chaoten entrollten einen Banner mit der Aufschrift: "Scheiß Bullen".


Von der Onlineredaktion

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V.l.n.r.: Erik Lieberknecht (Fanbeauftragter), Dietmar Schilff (GdP), Uwe Schmiedt (Leiter PK Nord), Hans-Michael Steinhof (Personalratsvorsitzender PI Braunschweig)


 

Jörg Kremer, Vorsitzender der GdP-Bezirksgruppe Braunschweig, eröffnete im großen Konferenzraum der Polizeidirektion Braunschweig die Fachtagung und begrüßte zunächst die eingeladenen Referenten und besondere Gäste. Hierzu gehörten Sebastian Ebel, Präsident von Eintracht Braunschweig, Dietmar Schilff, GdP Landesvorsitzender, Matthias Mendel, Niedersächsisches Innenministerium, Uwe Schmiedt, Leiter PK Nord und Gesamteinsatzleiter für die polizeilichen Einsätze Eintracht Braunschweig sowie der Fanbeauftrage Erik Lieberknecht und Fanforscher Jonas Gabler.

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Der Vorsitzende der GdP-Bezirksgruppe Braunschweig eröffnete die Fachtagung und begrüßte die Referenten und weitere Gäste

Der Bezirksgruppenvorsitzende begrüßte des Weiteren besondere Gäste, unter anderen den Präsidenten der Polizeidirektion Braunschweig, Polizeipräsident Michael Pientka, den Vizepräsidenten Roger Fladung, die CDU-Landtagsabgeordnete Angelika Jahns sowie etliche szenekundige Beamte aus der Polizeiinspektion Braunschweig und Wolfsburg sowie Herrn Malon, Sicherheitsbeauftragter beim VfL Wolfsburg.

Zahlreiche Vertreter der örtlichen und überregionalen Medien waren anwesend.

Jörg Kremer machte deutlich, dass er bei der Vorbereitung der Fachtagung von den Ereignissen in den letzten Wochen überrascht worden sei. Zur Untermalung zeigte er die Videoaufzeichnung eines Aufmarsches von ca. 3000 Dynamo-Chaoten beim Spiel gegen Karlsruhe, die in Militäroutfits auftraten. Das Video dokumentiert, dass alle Beteiligten nebst Polizei von dichtem Rauch umgeben waren und pyrotechnische Feuerwerkskörper (Böller) geworfen wurden.

Ziel der Veranstaltung sollte es sein, ein besseres Rollenverständnis herbeizuführen. Netzwerke sollen gebildet werden.

Matthias Mendel fasste aus Sicht des niedersächsischen Innenministeriums die Ereignisse in der letzten Saison zusammen. Die zahlreichen niedersächsischen Vereine hätten entsprechend das umgesetzt, was von ihnen erwartet werde. Wichtig seien die sportlichen Aktivitäten, ein integrativer Ansatz und jedes Wochenende in der Regel ruhiger Fußball. Probleme würden diejenigen Fußballfans bereiten, die klassisch in den erfassten Kategorien B und C einzuordnen sind. Beispielhaft erwähnte er die zuletzt geführten Ermittlungen nach dem Spiel Hannover gegen Braunschweig, bei dem sich größere Durchsuchungsmaßnahmen angeschlossen hätten. Kritisch sehe er die Darstellung dazu bei "Spiegel-Online" und die etwas merkwürdige Berichterstattung.

Mendel veröffentlichte Zahlen aus Niedersachsen aus der abgeschlossenen Spielzeit: 106 verletzte Polizeibeamte (Steigerung um 40 Prozent), 720 eingeleitete Strafverfahren, 216711 Einsatzstunden (Steigerung um 73 Prozent), davon ein Drittel der Einsatzstunden bei 5 Spielen mit Beteiligung von Hannover 96, Eintracht Braunschweig und VfL Wolfsburg.

Im Anschluss referierte Jonas Gabler von der KoFaS, der "Kompetenzgruppe Fankultur  und Sport, die sich wissenschaftlich mit der Fußballkultur beschäftigt.

Erik Lieberknecht, Fanbeauftragter von Eintracht Braunschweig, stellte das Fanprojekt und die Arbeit der Fanbeauftragten vor. Demnach ist der Fanbeauftragte quasi ein Dreieck, verbindend zwischen Fans, Verein und Polizei.

Im Anschluss berichtete Frank Katzer, szenekundiger Beamter aus Braunschweig, über die Arbeit der SKB. Dazu gehören Erkenntnisgewinnung über gewaltbereite Fanströme , Informationsgewinnung und aber auch der ständige Fandialog.

Dietmar Schilff stellte die Thesen aus dem GdP-Positionspapier zum Fußball dar. Dabei betonte er, dass die GdP in Niedersachsen bereits vor fünf Jahren das Projekt „Friedlicher Fußball-Gemeinsam und fair“ initiiert hatte. Schilff bemängelte die terminliche Ansetzung von Risikospielen durch den DFB und die DFL an bestimmten Tagen. Es könne nicht sein, dass Menschen im Büro Spieltermine planen und nicht über die Gegebenheiten und die einzelnen Situationen vor Ort Bescheid wüssten. Seine Forderung ist, dass letztlich die Polizei gemeinsam mit dem Innenresort verantwortlich für eine Spielansetzung sein muss, Sicherheit gehe immer vor Kommerz. Schilff erklärte weiterhin, dass es die Einsatzkräfte zudem satt hätten, sich für ihre Arbeit auch noch anpöbeln zu lassen. Zusätzlich forderte er aber auch, dass mehr für Fanprojekte getan werden muss. Hier müsse mehr Geld und Personal eingespult werden. Insgesamt müsse man aufpassen, dass der Fußball nicht aus dem Ruder läuft. Alle seien aufgefordert, die Kolleginnen und Kollegen besser zu schützen, hier müssten sich auch die Vereine sowie die Spieler stärker engagieren.

Im Anschluss folgte eine Podiumsdiskussion mit Fragen und Anmerkungen aus dem Teilnehmerkreis.

Der Präsident von Eintracht Braunschweig, Sebastian Ebel, sagte, dass der Großteil der Fans fußballinteressiert sei und nur den jeweiligen Verein unterstützen will. Leider gebe es eben auch einen kleinen Teil, der „erlebnisorientiert“ sei und - viel schlimmer - die Straftaten im und um das Stadion begehen. Dies würde selbstverständlich durch die Vereine verurteilt und in enger Rücksprache mit der Polizei würden auch Maßnahmen veranlasst. Ziel sei weiter, mit allen Beteiligten noch mehr zu sprechen. Gewalt würde in keiner Form akzeptiert. Es ginge nur um friedliche Fankultur, die natürlich auch mal laut und parteiisch sein müsse. Das zeichne Fußball und andere Mannschaftsportarten schließlich aus. Abschließend dankte der Präsident der Polizei für ihre Arbeit.

Nach einer sehr interessanten Diskussion schloss die souveräne Moderatorin Miriam Herzberg nach gut zwei Stunden die Veranstaltung mit dem Wunsch, den Austausch weiterzuführen. Die Fachtagung sei ein guter Auftakt für gleichgelagerte Veranstaltungen im Land.

Bei alkoholfreien Getränken und einem Snack gab es danach noch reichlich Gelegenheit für alle Beteiligten, das eben gehörte zu diskutieren.

Über die Fachtagung wurde überregional im NDR-Fernsehen und Radio sowie in der lokalen Presse rund um Braunschweig berichtet.




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